Beim ersten Mal, als ich Walrus sah, hatte ich nicht das vertraute Gefühl eines "Eröffnungsgesprächs" aus der kryptographischen Welt.
Es gab kein Manifest, das alles neu gestalten wollte, keine erzählerische Dringlichkeit,
es erschien sehr still, sogar ein wenig absichtlich zurückhaltend.
Diese Eigenschaft ließ mich jedoch genauer hinsehen.


Die Blockchain ist gut darin, zu protokollieren, "was passiert ist", aber sie ist nicht gut darin, "die Informationen selbst" zu tragen.
Videos, Modelle, Dateien, Datensätze – diese Inhalte, die das Gewicht der digitalen Welt ausmachen, werden oft standardmäßig außerhalb der Kette abgelegt und zentral oder halbzentral gehostet.
Diese Kompromisslösung scheint vernünftig, aber langfristig hinterlässt sie ein unsichtbares Risiko:
Vertrauen wir wirklich unserer Art der Datenspeicherung?
Der Ausgangspunkt von Walrus scheint genau diese ignorierte Unruhe zu sein.
Es hat "dezentralen Speicher" nicht als eine Revolution verpackt, sondern als eine grundlegende Bedingung, die existieren sollte.
Durch das Aufteilen von Daten mit Fehlerkorrekturcodes und deren Verteilung auf ein dezentrales Netzwerk wird ein Ausfallpunkt vermieden, ebenso wie die vollständige Kontrolle durch eine Partei.
Diese Technologien sind nicht neu, aber die Herangehensweise von Walrus ist sehr zurückhaltend:
Es betont mehr die dauerhafte Verfügbarkeit und Ununterbrechbarkeit, anstatt die technische Komplexität zur Schau zu stellen.
Was ich interessant finde, ist nicht, dass es verzweifelt optimiert hat, sondern dass es sich entschieden hat, nicht bis zum Maximum zu optimieren.
Es hat die Leistung nicht bis ins Extreme getrieben, keine radikalen Parameter für kurzfristige Vorteile verwendet, sondern akzeptiert einige "Langsamkeit" und "Stabilität".
In einer Branche, die besessen von Geschwindigkeit ist, ist das an sich schon eine Haltung.
Die Beziehung zwischen Walrus und Sui spiegelt ebenfalls dieses Denken wider.
Es versucht nicht, die Grundlagen neu zu erfinden, sondern arbeitet zusammen, um auf den vorhandenen Netzwerkeigenschaften aufzubauen, anstatt alles zu dominieren.
Natürlich bedeutet das nicht, dass es kein Risiko gibt.
Der Spagat zwischen Kosten, Erfahrung und Zuverlässigkeit besteht immer.
Aber zumindest tut Walrus nicht so, als ob diese Probleme nicht existieren.
Nachdem ich viele Projekte gesehen habe, die schnell aufheizen und ebenso schnell verschwinden, habe ich immer mehr das Gefühl:
Relevanz könnte wichtiger sein als Lautstärke.
Walrus vermittelt nicht den Eindruck, im Mittelpunkt der Bühne stehen zu wollen, sondern möchte langfristig im System bleiben und eine Infrastruktur sein, die schwer zu ersetzen ist.
In dieser Branche sind solche Projekte nicht häufig.