Tarife vs. Reifen: Audi zieht die Bremsen bei großen US-Fabrikplänen
Volkswagen Group CEO Oliver Blume hat offiziell die Pläne für eine dedizierte Audi-Produktionsstätte in den Vereinigten Staaten ausgesetzt und erklärt, dass die milliardenschwere Investition unter den aktuellen Handelsbedingungen "finanziell nicht tragfähig" sei. In einem kürzlichen Interview enthüllte Blume, dass die von der Trump-Administration auferlegten Automobilzölle das Unternehmen bereits rund 2,1 Milliarden Euro (2,5 Milliarden Dollar) in den ersten neun Monaten von 2025 gekostet haben. Dieser massive finanzielle Rückschlag hat die Gruppe gezwungen, ihre "Mathematik" zur amerikanischen Expansion zu überdenken.
Die Entscheidung markiert eine signifikante Wende von 2023, als Audi aktiv die US-Produktion erkundete, um von bundesstaatlichen Subventionen zu profitieren. Während diese Anreize das Projekt zunächst attraktiv machten, hat der anschließende Wandel hin zu hohen Zöllen auf europäische Automobilhersteller das Skript umgedreht. Blume bemerkte, dass das Unternehmen trotz hochrangiger Diskussionen in Washington und beim Weltwirtschaftsforum in Davos noch keine Zollbefreiung oder "zuverlässige Geschäftskonditionen" erhalten hat, die notwendig sind, um ein so massives Kapitalengagement zu rechtfertigen.
Im Rahmen dieses strategischen Rückzugs hat Volkswagen offiziell sein langjähriges Ziel aufgegeben, einen Marktanteil von 10 % im US-Markt zu erobern, wobei Blume das Ziel als "veraltet" bezeichnete. Das Unternehmen wendet sich nun einem konservativeren, "Schritt-für-Schritt"-Wachstumsmodell zu und hat seinen globalen Fünfjahresinvestitionsplan um 20 Milliarden Euro gekürzt. Für den Moment bleibt Audi die einzige große deutsche Luxusmarke ohne eine US-Montageanlage, wodurch die amerikanische Lieferkette von seiner Anlage in Mexiko abhängig ist—wo Fahrzeuge derzeit erheblichen Importzöllen ausgesetzt sind.
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