Nicaragua sieht sich einem Szenario zunehmender Isolation gegenüber: Mit einem geschwächten Venezuela nach der Festnahme von Maduro und Kuba unter maximalem wirtschaftlichem Druck bleibt das Regime Ortega-Murillo exponiert und ohne die solide Unterstützung seiner traditionellen Verbündeten. Die Abhängigkeit von Exporten in die USA und den Überweisungen aus dem Ausland wird zu seiner wichtigsten Stütze, während die innere Überwachung zunimmt und die teilweise Freilassung politischer Gefangener versucht, internationale Spannungen zu lindern.

Regionaler Kontext

Venezuela: Nicolás Maduro wurde festgenommen und nach New York gebracht, was die Achse Caracas–Havanna schwächt. Dies lässt Kuba ohne Öl und venezolanische Finanzierung zurück.

Kuba: Trump stellte ein Ultimatum aus und forderte Vereinbarungen mit den USA unter Androhung weiterer wirtschaftlicher Erstickung.

Nicaragua: Ortega und Murillo sehen sich, nachdem sie die Unterstützung ihrer Verbündeten verloren haben, einem regional neu konfigurierten Schachbrett gegenüber, während Washington auf Managua blickt.

Innere Lage in Nicaragua

Freilassung politischer Gefangener: Das Regime hat kürzlich etwa 30 Oppositionspolitiker freigelassen, eine Geste, die als Versuch interpretiert wird, den internationalen Druck zu verringern.

Wirtschaftliche Abhängigkeit:

Export in die USA ist lebenswichtig.

Import von Kohlenwasserstoffen und Überweisungen aus dem Ausland stützen die Wirtschaft.

Soziale Kontrolle: Rosario Murillo ordnete an, die Überwachung in Stadtteilen und sozialen Netzwerken zu verstärken, was Nervosität angesichts möglicher Proteste zeigt.

Perspektive

Kurzfristig werden Ortega-Murillo versuchen, die innere Stabilität mit selektiver Repression und Gesten wie der Freilassung von Gefangenen aufrechtzuerhalten.

Mittelfristig zwingt die fehlende Unterstützung aus Caracas und Havanna Managua dazu, sich stärker auf die USA zu verlassen, was paradoxerweise den Einfluss Washingtons auf das Regime stärkt.

Langfristig könnte Nicaragua zum nächsten Fokus internationaler Druckmaßnahmen werden, insbesondere wenn es der Opposition gelingt, sich mit externem Unterstützung zu organisieren.