Die US-Justiz stuft Krypto nicht mehr als Ausnahme ein, sondern als zentrales Werkzeug für Betrug.

Im Jahresbericht 2025 zeigt das DOJ, wie digitale Vermögenswerte kriminell genutzt werden – zunehmend auch durch KI.

US-Justiz stuft Krypto als Betrugs-Infrastruktur ein – KI macht Abzocke zum Milliardengeschäft

Im „Jahr im Rückblick 2025“ hat das DOJ drei bekannte Fälle hervorgehoben. Diese zeigen, wie Krypto immer öfter mit traditionellen Straftaten verbunden ist. Genannt wurden:

  • Medicare-Betrug

  • Investitionsbetrug in Millionenhöhe und

  • Vermögenswäsche.

Laut DOJ wurden im Jahr 2025 gegen 265 Angeklagte Anklagen erhoben. Der geplante Gesamtschaden liegt bei mehr als 16 Mrd. USD. Das ist mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr.

Die Betrugsabteilung arbeitet mit spezialisierten Einheiten, wie der Health Care Fraud Unit. Diese beschlagnahmt neben Bargeld und Luxusautos auch Krypto und andere Vermögenswerte.

Medicare-Betrug: Ältere Menschen im Wert von 1 Mrd. USD betrogen

Einer der auffälligsten Fälle betraf Tyler Kontos, Joel „Max” Kupetz und Jorge Kinds. Gegen sie wurde Anklage wegen eines 1-Mrd.-USD-Betrugs mit amniotischen Wundauflagen erhoben.

Das System richtete sich gegen ältere sowie schwerkranke Patientinnen und Patienten. Es brachte über 600 Millionen USD an nicht gerechtfertigten Medicare-Zahlungen ein.

Die Behörden beschlagnahmten später Vermögenswerte im Wert von mehr als 7,2 Millionen USD, darunter auch Krypto.

Wolf Capital CEO erhält Haftstrafe nach 9,4-Mio.-USD-Krypto-Investitionsmasche

In einem weiteren Fall wurde Travis Ford, früher CEO von Wolf Capital, zu fünf Jahren Haft verurteilt. Er hatte mit einem 9,4-Millionen-USD-Krypto-Betrug rund 2.800 Anlegerinnen und Anlegern eine Rendite von 547 Prozent pro Jahr versprochen.

Diese Fälle zeigen die neue Strategie des DOJ. Krypto wird jetzt wie andere illegale Werte behandelt – etwa Bargeld, Autos oder Luxusgüter. Es wird nicht mehr nur als neue, spekulative Anlageform betrachtet.

Im Mittelpunkt steht jetzt nicht mehr die Kursmanipulation oder das Anheizen von Hype. Das Ziel ist vielmehr, Vermögen zurückzuerlangen und die kriminellen Strukturen abzubauen.

Dies passt zu einem jüngsten Schritt des DOJ, bei dem ein Venezolaner wegen mutmaßlicher Krypto-Geldwäsche im Wert von 1 Milliarden USD angeklagt wurde. Der Fall erstreckt sich über die USA und Hochrisiko-Länder.

KI macht Krypto-Betrug blitzschnell: Neue Gefahr für alle

Die zunehmende Industrialisierung von Betrug passt zu den politischen Prioritäten der USA. Der „America First“-Ansatz des DOJ passt zudem zur neuen, parteiübergreifenden SAFE Crypto Act. Dieses Gesetz sieht vor, innerhalb von 180 Tagen eine neue Bundes-Taskforce einzurichten. Sie soll den Kampf gegen Krypto-Betrug koordinieren.

„Um eine Taskforce zur Erkennung und Verhinderung von Krypto-Betrug zu schaffen, und für andere Zwecke“, heißt es im Gesetzesentwurf.

Der Bezirksstaatsanwalt von Manhattan, Alvin Bragg, fordert unter anderem, dass die Bundesstaaten den Betrieb ohne Krypto-Lizenz kriminalisieren. Er warnt davor, dass in rechtlichen Grauzonen eine kriminelle Wirtschaft von 51 Milliarden USD wächst.

Das DOJ und andere Aufseher werden sich wohl stärker auf KI-basierte Betrügereien konzentrieren. Dazu gehören zum Beispiel synthetische Investitionen in Token oder Betrugsgeschichten rund um KI-Trading.

Die weitere Regulierung von Krypto richtet sich zudem immer weniger nach Kursschwankungen, sondern nach seiner Rolle als Teil der Finanzinfrastruktur. Dadurch rücken digitale Vermögenswerte näher an die Regeln und die Kontrolle wie bei traditionellen Finanzsystemen.

Da das DOJ Krypto zunehmend als Kernstück moderner Betrugsstrukturen ansieht, werden Regulierung und Strafverfolgung noch stärker auf die Geschwindigkeit, den Umfang und die technische Raffinesse von Krypto-Kriminalität achten.