Die Krypto-Verwahrfirma BitGo hat am 22. Januar ihr Debüt an der New York Stock Exchange gefeiert. Es ist der erste große Krypto-Börsengang im Jahr 2026. Die Aktie wird unter dem Kürzel BTGO gehandelt.

Der Börsengang zeigt, dass neue Wege für institutionelles Kapital in die Krypto-Märkte entstehen. Zudem bekommen Privatanleger eine neue Möglichkeit, an dem Wachstum der Branche zu teilhaben, ohne selbst Token halten zu müssen.

BitGo-Aktie startet mit 25 Prozent Plus – Schlusskurs steigt nur um 2,7 Prozent

Die BitGo-Aktie startete mit 22,43 USD, also 24,6 Prozent über dem IPO-Preis von 18 USD, und stieg dann auf 24,50 USD, was einen Aufschlag von 36 Prozent bedeutet. Allerdings gab die Aktie einen Großteil des Gewinns ab und schloss bei 18,49 USD. Das sind nur 2,7 Prozent mehr als der Ausgabepreis. Die Marktkapitalisierung lag bei ungefähr 2,2 Mrd. USD.

Die Nachfrage nach der Aktie war sehr hoch: Der IPO war ungefähr 13-fach überzeichnet. Das zeigt das große Interesse der Investoren. BitGo und bestehende Anteilseigner verkauften zusammen etwa 11,8 Mio. Aktien und sammelten 212,8 Mio. USD ein. Goldman Sachs und Citigroup waren die führenden Konsortialbanken.

Wegweiser für Krypto-IPOs im Jahr 2026

Der Börsengang von BitGo wird als Zeichen gesehen, dass der Markt für Krypto-Börsengänge wieder öffnet. Im vierten Quartal war er nach dem US-Regierungsstillstand ins Stocken geraten. Analysten sind der Meinung, dass die BitGo-IPO zeigt, wie groß die Nachfrage nach Krypto-Aktien im Jahr 2026 ist.

Letztes Jahr gab es erfolgreiche Börsengänge von Circle, Gemini Space Station und Bullish. Zudem werden Grayscale und Kraken bald als Kandidaten für einen Börsengang genannt. Wie BitGo sich entwickelt, könnte die Preise und die Stimmung für weitere Börsengänge beeinflussen.

So verändert der Ausbau institutioneller Infrastruktur den Markt

BitGo wurde im Jahr 2013 gegründet und hat als einer der Ersten Multi-Signatur-Wallets entwickelt. Seitdem hat die Firma ihr Angebot auf Verwahrung, Prime Brokerage und Handel für institutionelle Kunden ausgeweitet. Heute ist das Unternehmen in mehr als 100 Ländern aktiv.

BitGo ist der Verwahrer von USD1, dem Stablecoin von World Liberty Financial. An diesem Krypto-Projekt ist unter anderem die Familie von Präsident Trump beteiligt. Ein Verwahrer speichert und verwaltet Kundengelder sicher, in der Krypto-Welt vor allem durch das Schützen von privaten Schlüsseln vor Diebstahl und Hacks. Regulierte, vertrauenswürdige Verwahrer sind für institutionelle Investoren sehr wichtig und stellen eine zentrale Brücke zwischen klassischer Finanzwelt und digitalen Vermögenswerten dar.

Erwähnenswert ist auch, dass BitGo im letzten Monat eine vorläufige Genehmigung vom Office of the Comptroller of the Currency bekommen hat. So kann BitGo eine nationale Banklizenz erhalten und überall als Bank operieren. Dies stärkt weiter die Infrastruktur für institutionelles Kapital auf dem Krypto-Markt.

Durch mehr regulierte Verwahrungslösungen fallen die Hürden für institutionelle Investoren. Das könnte mittelfristig zu mehr Marktliquidität und einer stabileren Kursentwicklung führen.

Gewinne möglich – doch Kursschwankungen bleiben Risiko

BitGo ist eine der wenigen Krypto-Firmen, die Gewinne zeigen kann. Das Unternehmen erzielte im Jahr 2024 einen Nettogewinn von 156,6 Mio. USD und 35,3 Mio. USD in den ersten neun Monaten 2025. Zudem stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr von 1,9 Mrd. USD auf 10 Mrd. USD.

Trotzdem erklärte BitGo in seinem SEC-Bericht, dass wichtige Einnahmequellen wie der Handel mit Token, das Staking und Abonnements stark von der Kursentwicklung digitaler Vermögenswerte abhängen. Der Bitcoin-Kurs liegt aktuell bei etwa 89.000 USD und ist damit 29 Prozent unter dem Allzeithoch von über 126.000 USD, das letztes Jahr erreicht wurde.

Regulatorische Unsicherheit bringt neue Risiken

Auch der regulatorische Gegenwind bleibt spürbar. Eine wichtige Abstimmung im Bankenausschuss des US-Senats über den Clarity Act wurde letzte Woche verschoben, nachdem Coinbase plötzlich seine Unterstützung zurückzog. Der Hintergrund ist ein Streit zwischen Banken und Krypto-Firmen über Stablecoin-Zinsprodukte.

Trotzdem bleibt BitGo-Chef Mike Belshe zuversichtlich. Er sagte dem Wall Street Journal, dass die regulatorischen Änderungen im letzten Jahr allen Finanzunternehmen eine Beteiligung am Markt ermöglicht haben. Dadurch habe sich der insgesamt erreichbare Markt für BitGo verdoppelt.