Caroline Ellison wurde am Mittwoch aus dem Gefängnis entlassen, nachdem sie ungefähr 60 Prozent ihrer zweijährigen Strafe verbüßt hatte. Die frühere Co-CEO von Alameda Research spielte eine wichtige Rolle bei den Ereignissen, die zum Zusammenbruch der Krypto-Börse FTX führten.
Vor Ellisons Entlassung hat die US-Börsenaufsicht, SEC, ihr für zehn Jahre verboten, eine leitende Position zu übernehmen.
Frühe Entlassung überrascht die Community
Nach Angaben des US-Bundesamts für Gefängnisse lebt die 31-Jährige nun in einer Übergangseinrichtung in New York. Dort bleibt sie als Teil ihrer Rückkehr in ein normales Leben. Solche Zentren helfen früheren Häftlingen unter anderem bei der Jobsuche und der Wiedereingliederung in den Alltag.
Ellison wurde im Oktober 2025 in die Einrichtung gebracht. Davor war sie in einem Bundesgefängnis in Connecticut untergebracht, wo sie im November 2024 mit ihrer zweijährigen Strafe begann.
Sie wurde etwa zehn Monate früher als erwartet entlassen. Der Grund waren Strafenminderungen durch ihre Zusammenarbeit mit den Ermittlern und Regeln in der Haft.
In einer Mitteilung der SEC wurde Ellison für zehn Jahre von Tätigkeiten als Vorstand oder Geschäftsführerin bei börsennotierten Firmen ausgeschlossen.
Die Behörde verwies auf frühere Beschwerden. Laut diesen habe Ellison eine zentrale Rolle dabei gespielt, Investoren in die Irre zu führen. So half sie mit, mehr als 1,8 Mrd. USD für FTX einzusammeln, indem die Börse als sichere Plattform für den Krypto-Handel dargestellt wurde.
Die SEC verfolgte ähnliche Verbote gegenüber anderen ehemaligen FTX-Managern, die bei den Ermittlungen halfen, darunter der frühere CTO Gary Wang und der frühere Technikchef Nishad Singh. Beide mussten trotz ihrer Beteiligung nicht ins Gefängnis.
Die Reaktionen auf Ellisons frühe Entlassung waren auf Krypto-Twitter gemischt.
Geteilte Meinungen zum Ellison-Urteil
Manche Beobachter fragten sich, ob Ellisons Strafe angesichts des Schadens für die Krypto-Branche nicht zu milde ausfiel.
FTX-Gründer und Ex-CEO Sam Bankman-Fried sitzt weiter im Gefängnis und verbüßt dort eine 25-jährige Haftstrafe.
Obwohl beide im FTX-Zusammenbruch eine zentrale Rolle spielten, gingen Ellison und Bankman-Fried unterschiedlich mit den Anklagen um.
Bankman-Fried bekannte sich für nicht schuldig und ging vor Gericht. Eine Jury verurteilte ihn später wegen Betrugs und anderer schwerer Straftaten, darunter Verschwörung und Missbrauch von Kundengeldern.
Ellison bekannte sich dagegen schuldig und arbeitete mit den Ermittlern zusammen. Das führte zu einer deutlich geringeren Strafe.
In ihrer Aussage erklärte Ellison, dass Alameda Research und FTX Kundengelder unsauber vermischt, immer größere Verluste versteckt und eine Kreditvereinbarung genutzt haben, die Alameda direkten Zugang zu FTX-Kundeneinlagen gab.
Mit Ellisons Entlassung ist das Rechtskapitel für die leitenden Angestellten von FTX und Alameda Research praktisch beendet. Ihre Handlungen trugen dazu bei, den Krypto-Winter 2022 auszulösen.
Für Bankman-Fried ist eine frühe Entlassung so gut wie ausgeschlossen.
In einem aktuellen Interview sagte der US-Präsident Donald Trump, dass er Bankman-Fried nicht begnadigen will. Obwohl Bankman-Fried Berufung gegen sein Urteil eingelegt hat, sind die Chancen für einen neuen Prozess sehr gering.

