Brad Garlinghouse lieferte beim World Economic Forum (WEF) in Davos eine klare Botschaft: Innovation und Regulierung sind keine Gegner. Nach einem “lebhaften Dialog” – wie der Ripple-CEO es diplomatisch formulierte – beim hochkarätig besetzten Tokenisierungs-Panel am 21. Januar, steht fest: Die Krypto-Branche ist nicht mehr am Rande, sondern im Zentrum globaler Finanzdiskussionen angekommen.
Hochspannung beim WEF-Panel
Das Panel “Ist Tokenisierung die Zukunft?” versammelte die Crème de la Crème der Finanzwelt: Neben Garlinghouse saßen Coinbase-CEO Brian Armstrong, Standard Chartered-Chef Bill Winters, EZB-Gouverneur François Villeroy de Galhau, Euroclear-CEO Valérie Urbain auf dem Podium – moderiert von CNBC-Moderatorin Karen Tso.
Die Debatte wurde hitzig, besonders als Armstrong und Villeroy de Galhau über Stablecoin-Yields und den “Bitcoin-Standard” aneinandergerieten. Der französische Zentralbank-Chef warnte vor “Privatisierung des Geldes” und “Souveränitätsverlust”, während Armstrong Bitcoin als Verantwortlichkeitsmechanismus gegen staatliche Geldverschwendung verteidigte.
Garlinghouse findet gemeinsamen Nenner
Trotz der Kontroversen identifizierte Garlinghouse einen entscheidenden Konsens: “Ein wichtiger Punkt der Übereinstimmung unter den Panelisten war, dass Innovation und Regulierung nicht auf gegenüberliegenden Seiten stehen.”
Der Ripple-CEO ging weiter: “Ich glaube fest daran, dass dies DER Moment ist, Krypto und Blockchain-Technologie zu nutzen, um wirtschaftlichen Zugang für ein effizienteres, skalierbares und nutzungsorientiertes globales Finanzsystem zu ermöglichen.”
(Frei übersetzt)
Von Theorie zu Implementierung
Die Tokenisierungs-Diskussionen in Davos waren nicht mehr theoretisch. Das WEF-Framing macht es deutlich: Asset-Tokenisierung beschleunigt sich rasant und bewegt sich von frühen Experimenten zur vollständigen Implementierung über große Asset-Klassen hinweg.
Garlinghouse positionierte sich als Brückenbauer zwischen traditioneller Finanz- und Blockchain-Infrastruktur.
Während Armstrong und Villeroy de Galhau stritten, betonte der Ripple-CEO: “Wettbewerb ist gut, und gleiche Wettbewerbsbedingungen sind wichtig” – allerdings mit der Ergänzung, dass faire Bedingungen in beide Richtungen gelten müssen.
Ripples strategische WEF Davos-Präsenz
Ripple sponserte das USA House bei Davos 2026 – ein privater Veranstaltungsort für US-Unternehmen und Policymaker. Diese Sichtbarkeit unterstreicht: Krypto-Firmen sind nicht mehr Außenseiter, sondern aktive Stakeholder in wirtschafts- und technologiepolitischen Debatten.
Garlinghouses Botschaft bleibt konsistent: Regulatorische Klarheit – selbst wenn nicht perfekt – ist besser als anhaltende Unsicherheit. Zusammenarbeit, nicht Konfrontation, ist der Schlüssel zur Integration digitaler Assets in das Mainstream-Finanzsystem.

