Einige Tage nach der jährlichen Hauptversammlung der BitMine (BMNR) in Las Vegas entbrannte ein Konflikt. Die Situation offenbarte gravierende Differenzen zwischen der Unternehmensführung und den Investoren.
Die Hauptbeschwerden betreffen die Qualität der Unternehmensführung, die Transparenz der Berichterstattung und einen radikalen Wechsel des Geschäftsmodells. Die Organisation beabsichtigt, sich von der engen Spezialisierung auf das Staking von Ethereum zu distanzieren und ein großer Kapitalallokator zu werden.
Die Reaktion des Top-Managements auf die Vorwürfe der Unprofessionalität
Die Aktionäre haben die Organisation der vergangenen Veranstaltung scharf kritisiert. Hauptbeschwerde war das Fehlen des Generaldirektors und des Finanzdirektors, die Eile der Präsentationen und die Ungewissheit der Abstimmungsergebnisse. Außerdem erschienen die zuvor angekündigten Hauptredner nicht auf der Versammlung. Investoren charakterisierten das Treffen als schlecht organisiert und wiesen auf einen Mangel an Respekt gegenüber den Teilnehmern hin.
Zusätzliche Fragen wirft die Kombination von Tom Lee's Führungspositionen bei BitMine und der Analysefirma Fundstrat auf. Marktteilnehmer bezweifeln seine Fähigkeit, der operativen Tätigkeit des Mining-Unternehmens genügend Aufmerksamkeit zu schenken.
Das Vorstandsmitglied Rob Sechan erkannte die Enttäuschung der Aktionäre an, erklärte jedoch die Mängel mit der Übergangszeit. Seiner Meinung nach wurden viele Führungspositionen nur wenige Tage vor dem Treffen besetzt. Sechan betonte, dass das Hauptziel der Versammlung die Erläuterung des langfristigen Potenzials der neuen Strategie 'DAT-plus' war.
Die Kritiker bestehen ihrerseits darauf, dass die Antwort des Vorstands die grundlegenden Probleme der Planung und der Rechenschaftspflicht des Managements gegenüber den Aktionären nicht löst.
Änderung der Strategie und Diskussion über den Deal über 200 Millionen Dollar
Trotz der managementbezogenen Schwierigkeiten bestätigte das Management den Kurs auf eine umfassende Transformation. BitMine strebt danach, ein digitales Holdingunternehmen zu werden, das Kapital in Projekte zur Erweiterung des Ethereum-Ökosystems investiert. Derzeit kontrolliert die Organisation mehr als 4 Millionen ETH (ca. 14 Milliarden Dollar). Der jährliche Ertrag aus Staking wird auf 400–430 Millionen Dollar geschätzt. In Zukunft plant das Unternehmen, seinen Anteil am Gesamtangebot der Kryptowährung auf 5 % zu erhöhen, was die Rentabilität auf 540–580 Millionen Dollar steigern würde.
Rob Sechan verglich diesen Ansatz mit den Methoden von Berkshire Hathaway. Er beschrieb die Strategie als disziplinierte Kapitalverteilung in produktive Vermögenswerte, angepasst an das digitale Zeitalter. Allerdings teilen nicht alle Investoren diesen Optimismus und halten die Ziele für übermäßig ehrgeizig.
Die umstrittenste Entscheidung war die Verpflichtung von BitMine, 200 Millionen Dollar in das Unternehmen Beast Industries zu investieren, das dem Blogger MrBeast gehört. Das Projekt zielt darauf ab, Ethereum in die Wirtschaft der Inhaltsanbieter über tokenisierte Plattformen zu integrieren.
Die Befürworter des Deals glauben, dass dies helfen wird, ein jüngeres Publikum anzuziehen und die breite Einführung von Technologien zu beschleunigen. Gegner hingegen sehen die Partnerschaft als Ablenkungsmanöver, das die Lösung operativer Aufgaben und Fragen der Unternehmensführung behindert.
Das vergangene Treffen zeigte eine klare Spannung zwischen den Ambitionen des Managements und den Anforderungen an Transparenz. BitMine muss beweisen, dass das Modell 'digitale Berkshire Hathaway' in der Lage ist, eine stabile Rendite zu gewährleisten, ohne das Vertrauen der Aktionäre zu gefährden. Rob Sechan versprach, die Qualität der Interaktion mit den Investoren bei zukünftigen Veranstaltungen zu verbessern.

