Die Begegnung zwischen Web2-Plattformen und Web3-Technologien entfaltet sich als ein Prozess langsamer Anpassung. Große Unternehmen wie Google, Apple oder Meta sind auf Stabilität, Regulierung und massenhafte Akzeptanz angewiesen. Dieser Hintergrund macht sie vorsichtig im Umgang mit Technologien, die volatil, experimentell und schwer zu kontrollieren sind. Was wir immer wieder sehen, ist ein erster Versuch der Überregulierung, gefolgt von einem Rückzug, sobald Entwicklergemeinschaften auf die Widersprüche hinweisen. Der jüngste Fall der Wallet-Richtlinien im Play Store ist nur ein Beispiel für dieses breitere Muster.

Auf der Web3-Seite war die Reaktion ebenso lehrreich. Viele Projekte, die sich einst als völlig getrennt von Web2 sahen, haben sich nun angepasst, um innerhalb seiner Regeln zu überleben. Entwickler ändern Token-Modelle, fügen Compliance-Schichten hinzu oder entwerfen hybride Lösungen, um in App-Stores aufgenommen zu werden. Dies ist weniger eine Kapitulation als eine pragmatische Anerkennung, dass die Verteilung von Nutzern und die Schnittstellenkultur nach wie vor im Web2-Umfeld verankert sind.

Der längere Horizont könnte eher wie eine geschichtete Koexistenz als ein direkter Ersatz aussehen. Web2-Unternehmen werden Schienen, Schnittstellen und Vertriebsnetze bereitstellen. Web3 wird Protokolle, Eigentumsrahmen und Vertrauensmechanismen liefern, die dahinter stehen. Eine Parallele kann zu E-Mail gezogen werden: Niemand besitzt das zugrunde liegende Protokoll, dennoch interagieren die meisten Menschen über zentrale Clients damit. In ähnlicher Weise könnten Wallets, Identitätswerkzeuge und Tokensysteme auf offenen Standards basieren, werden aber über zentrale Geschäfte und Plattformen zu den Menschen gelangen.

Die Reibung zwischen regulatorischem Druck und Dezentralisierung wird nicht verschwinden. Doch sie könnte sich als produktiv erweisen, da sie Web2-Institutionen zwingt, ihre Kategorien zu verfeinern, während sie Web3-Innovatoren in Richtung Realismus drängt. Aus diesem Zyklus von Konfrontation und Anpassung kann in den kommenden Jahren eine reifere digitale Wirtschaft hervorgehen.

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